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Power 7 aus AS/400 Perspektive
Quelle: DV-Dialog | Ausgabe 03-2010 | Autor: Johannes Kelch

Doppelte Leistung zum gleichen Preis im Vergleich zu Vorgängersystemen verspricht IBM denjenigen Anwendern, die ihre Rechenkapazität mit einem Power7-Server in die Höhe treiben wollen. Das wurde bei der Ankündigung am 10. Februar in München deutlich.

 

Power7-Chips werden auf runden Wafern mit 300 mm Durchmesser gebaut. Die Scheibe von der Größe einer kleinen Pizza wird dann in die einzelnen Prozessormodule zerschnitten.

Der Münchner Presseclub vermittelt durch die Lage im Zentrum der Stadt, durch edles Eichenparkett, raumhohe Fensterglasflächen und den Ausblick auf das Rathaus eine ideale Atmosphäre für die Ankündigung solider und bahnbrechender technischer Innovationen. Hier läutete Jeff Howard, Director IBM Power Systems Plattform Marketing & Offering Management, vor dem Völkchen der Computer-Fachjournalisten das Zeitalter der siebenten Power-Prozessor-Generation ein. Howard sprach über „Workload-Optimizing Systems“, „Virtualisierung ohne Grenzen“, „dynamische Skalierung nach Bedarf“ und „dynamische Energieoptimierung“.

Mittelständische Unternehmen, die mit dem Betriebssystem IBM i (AS/400) auf einem Server der Power6-Generation oder einem älteren System arbeiten, können in diesem Jahr auf wesentlich leistungsfähigere Systeme mit Power7-Prozessor umsteigen. Für alle bisherigen Server mit Power5- und Power6-Prozessoren sollen – wie mehrfach betont wurde – noch in diesem Jahr Power7-Systeme als Nachfolgemodelle auf den Markt kommen (Upgrade-Pfade siehe Kasten unten).
Insgesamt rund 2.500 eingeführte Softwareprogramme von mehr als 900 Softwarehäusern lassen sich auf Power7-Servern mit dem Betriebssystem IBM i betreiben. „Power7 läuft sehr gut mit IBM i 6.1.1“, teilte IBM auf Anfrage mit. Anwender, die erst vor wenigen Monaten einen Power 570 mit Power6 oder Power6+ bestellt haben, kommen in den Genuss von „Investitionsschutz“. Sie erhalten günstige „Übergangsangebote“ bei Migration auf die Server Power 770 oder 780.
Beim Erscheinen dieser Ausgabe von DV-Dialog bereits verfügbar ist Power 750 Express, ein System, das als „Unternehmensserver für mittelständische Kunden“ charakterisiert wurde. Das System unterstützt wie der Vorgänger die Betriebssysteme IBM i, AIX und Linux und lässt sich mit IBM Systems Director Express managen. Die Software VM Control wiederum ermöglicht es, einen „System-Pool mehrerer Power-Server als eine Einheit zu verwalten“, so ein Pressetext von IBM.
Wer bislang mit dem Power-Systemen 510, 520 und 525 oder älteren Modellen arbeitet, dem bietet sich als Nachfolgemodell das Power System 720 an. Das allerdings noch nicht offiziell angekündigte Modell soll künftig hauptsächlich die mittelständischen System-i-Kunden ansprechen. Ein konkreter Termin für die Verfügbarkeit dieses Systems wurde in München nicht genannt. Senior IT Architect Klaus Gottschalk meinte, Power 720 werde voraussichtlich im Herbst zu erwerben sein.
Um den Anforderungen speziell der IBM-i-Kunden gerecht zu werden, wird IBM die I/O-Ports des IBM Power 720 im Vergleich zum Modell 520 vermehren. Somit lassen sich mehr Peripheriegeräte an diese Server anschließen als dies bei Unix-Systemen üblich sei, betonte Klaus Gottschalk. Künftig wird es laut Gottschalk neben der i-Enterprise-Edition zwei weitere i-Editionen geben. Wie bisher kann der Kunde die traditionelle „Standard-Edition“ erwerben. Als Novität wird eine bisher nicht verfügbare preisgünstigere i-Express-Edition ohne DB2 für Anwendungs- und Infrastrukturserver eingeführt – für Kunden, die bereits über andere Produkte – etwa Web-Server und SAP-Applikationsserver – eine DB2-Datenbank betreiben.

Upgrade-Pfade
  • Von Power 520 auf Power 720: Nach einem „Statement of Direction“ sind für 2010 Upgrade-Pfade von den bisherigen 520-­Servern mit zwei oder vier Cores in Power6-Technologie geplant auf neue Systeme, die von IBM als „Power7 Einstiegs-Server“ bezeichnet werden. Details wurden noch nicht bekannt gegeben. Von Ein-Wege-Servern ist kein Upgrade möglich; wer mit einem älteren Betriebssystem wie V5R2 oder V5R3 arbeitet, die IBM bereits aus der Wartung genommen hat, muss auf Softwareseite einen Zwischenschritt über V5R4 einlegen. Auch deshalb hat IBM Ende vergangenen Jahres den Lebenszyklus von V5R4 um ein Jahr verlängert, so dass es noch bis Ende 2010 erworben werden kann.
  • Direktes Upgrade von Power 570 auf Power 770 oder 780: Von den bisherigen Power-570-Modellen, die auf der Technologie Power6 oder Power6+ basieren, stehen direkte Upgrade-Pfade auf die beiden Modelle 770 und 780 zur Verfügung.
  • Indirektes Upgrade von Power 570 auf Power 770 oder 780: Ältere Power-570-Systeme, die noch Power5- oder Power5+-Prozessoren verwenden, müssen zunächst auf Power6+ aufgerüstet werden, dann kann ebenfalls der Upgrade in die beiden neuen Systeme 770 oder 780 erfolgen.
  • Upgrade von Power 595 mit Power6-Prozessor auf Power7: Ebenfalls laut „Statement of Direction“ ist noch in diesem Jahr geplant, für das gegenwärtige System 595 mit Power6-Prozessoren Upgrades in einen neuen „Power7 High-End-Server“ anzubieten.
Bereits verfügbare Power7-Server
  • Power 750: Dieser Server für mittelständische Unternehmen erbringt laut IBM gegenüber dem Vorgänger-Modell Power 550 Express in der selben Energieklasse die vierfache Rechenleistung.
  • Power 755: Vorgestellt als „High-­Performance-Computing-Knoten mit 32 Power7-Cores“ und „optimiert für herausfordernde Analytic-Workloads“ unterstützt dieser Supercomputer als einziges neues Power System nicht IBM i.
  • Power 770: Positioniert als „Midrange-System mit bis zu 64 Power7-Cores“; erreicht die Rechenleistung des bisherigen Topmodells Power 595.
  • Power 780: Als eine „neue Kategorie von skalierbaren High-End-Servern“ mit bis zu 64 Power7-Cores soll dieses neue System an den Start gehen. Der Clou gegenüber der 770: Ein Turbo-Core-Modus zur „Workload-Optimierung“ soll die Leistung je Core im Vergleich zu Power6 verdoppeln.

 
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